Angebot

In Resonanz bleiben Körper, Stimme und Selbstverankerung in der Beratungsarbeit

Beratende arbeiten täglich in emotional verdichteten Räumen. Sie begleiten Konflikte, halten Ambivalenzen aus und tragen Verantwortung für Beziehung und Prozess. Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit häufig stark nach außen – auf Inhalte, Dynamiken und Interventionen.

Der eigene Körper bleibt dabei oft im Hintergrund.

Gleichzeitig ist er kontinuierlich beteiligt: als Resonanzraum für Übertragungen, als Ort von Spannung und Gegenübertragung sowie als Träger von Stimme und Präsenz. Körperliche Reaktionen können Hinweise auf Beziehungsgeschehen sein – oder Ausdruck von Überlastung.

Dieses Seminar richtet den Blick auf die verkörperte Dimension professionellen Handelns. Der Körper wird dabei nicht als Objekt der Optimierung verstanden, sondern als Arbeitsmittel, das Beratende durch ihren Berufsalltag trägt.

Im Mittelpunkt stehen Wahrnehmung, Regulation und Reflexion.

Konzept

Die Teilnehmenden

  • schärfen ihre Wahrnehmung für körperliche Resonanz im Beratungsprozess

  • lernen Spannung und Übertragungsdynamiken im eigenen Körper differenzierter wahrzunehmen

  • erproben einfache Möglichkeiten der Selbstregulation (u.a. mit Elementen funktioneller Schmerz- und Bewegungsarbeit nach Liebscher & Bracht)

  • erfahren Stimme als Ausdruck innerer Verankerung

  • unterscheiden zwischen analytischem Zuhören und verkörpertem Wahrnehmen

  • stärken ihre körperliche Präsenz in der professionellen Rolle

Es geht nicht um Technik oder Performanz, sondern um Selbstverankerung im Arbeitsalltag.

Das Seminar verbindet kurze fachliche Impulse mit erfahrungsbezogenen Raum- und Präsenzübungen, Stimmarbeit, angeleiteter Körperwahrnehmung sowie kollegialem Austausch. Es ist bewusst als entschleunigtes Format mit Raum für Reflexion konzipiert.

 

Ausführliche Programmbeschreibung

Tag 1 Wahrnehmen und Regulieren

Vormittag: Körperliche Resonanz und Gegenübertragung

  • Einführung in die verkörperte Dimension professioneller Beziehung

  • Kurze theoretische Impulse zu Resonanz und körperlicher Gegenübertragung

  • Raum- und Wahrnehmungsübungen (Gehen, Stand, Aufrichtung)

  • Arbeit an der Frage: Wo spüre ich Beratung im eigenen Körper?

  • Differenzierung zwischen Fühlen, Wahrnehmen und Interpretieren

Ziel ist es, vom „Warum?“ zum „Wo?“ zu kommen – vom Deuten zur differenzierten Selbstwahrnehmung.

 

Nachmittag: Regulation von Spannung

  • Einführung in ausgewählte Bewegungs- und Engpassübungen zur Lösung typischer arbeitsbedingter Verspannungen (Nacken, Schulter, LWS)

  • Erfahrung körperlicher Entlastung als Ressource

  • Reflexion: Wie verändert sich innere Haltung durch körperliche Regulation?

  • Übungseinheit „Wahrnehmen ohne Bewertung“ – Spannung beobachten, ohne sie zu verändern

Der Fokus liegt auf Selbstregulation – nicht therapeutisch, sondern ressourcenorientiert.

 

Tag 2 Stimme, Präsenz und professioneller Körper

Vormittag: Stimme als Resonanzraum

  • Grundlagen von Atemführung und Stimmsitz

  • Summ- und Resonanzübungen

  • Erfahrung, wie körperliche Verankerung den Klang der Stimme verändert

  • Vergleich von analytischem und verkörpertem Zuhören

Die Stimme wird als Ausdruck innerer Stabilität und Haltung erfahrbar.

 

Nachmittag: Der Körper als Arbeitsmittel

  • Reflexion: Was fordert der Beratungsberuf meinem Körper ab?

  • Arbeit mit minimalen Veränderungen in Stand, Aufrichtung und Blick

  • Szenische Kurzsequenzen mit ressourcenorientiertem Fokus

  • Integrative Abschlusssequenz zur verkörperten Präsenz

Abschlussrunde mit Transfer in den Berufsalltag.

Zielgruppe

Fachkräfte aus Ehe-, Paar-, Familien-, Erziehungs- und Lebensberatung, psychologische und ärztliche Psychotherapeut*innen sowie Mitarbeitende in psychosozialen Arbeitsfeldern mit Praxiserfahrung.
Mo., 09.11.2026 | ab 11:00 Uhr
Di., 10.11.2026 | bis 17:30 Uhr
max. 18 Teilnehmende
Auguststr. 80
10117 Berlin
325 Euro

Dozent:in(nen)

  • Greta Galisch de Palma
  • Manolo Palma
Evangelisches Zentralinstitut für Familienberatung
Auguststr. 80
10117 Berlin
Inhaltliche Fragen
merbach@ezi-berlin.de
Organisatorische Fragen
030 28395-270baerthel@ezi-berlin.de