Mediation Aufbaukurs Modul 3 Familienkonflikte im Interkulturellen Kontext klären
Dieses Modul kann im Rahmen der Aufbauausbildung Familienmediation und auch unabhängig davon gebucht werden.
Konzept
Familienkonflikte im interkulturellen Kontext klären
Diversität zeigt sich auf vielen Ebenen. In diesem Seminar richten wir den Fokus auf Denk- und Handlungsmuster, die aus unterschiedlichen Erfahrungen und Vertrautheiten im interkulturellen Kontext entstehen. Diese mentalen Modelle wirken auf die Wahrnehmung, Kommunikation und Konfliktdynamiken – und sind daher für die Konfliktklärung von zentraler Bedeutung.
Eine zentrale Frage des Seminars lautet: Wie können wir Lösungsprozesse sicher und wirksam begleiten, wenn uns ein differenziertes Erfahrungswissen über die jeweiligen Lebenskontexte fehlt?
In vertrauten Kontexten verfügen wir über ein feines, oft nur teilweise bewusstes Erfahrungswissen. Es ermöglicht uns, Klärungsprozesse situativ und differenziert zu leiten, da wir besser einschätzen können, was als angemessen eingeschätzt wird oder zu erwarten ist. Begegnen wir jedoch Menschen, deren Alltag und Lebenskonzepte uns weniger vertraut sind, greift dieses Wissen nicht mehr. Das Seminar setzt genau hier an und stärkt die Fähigkeit, auch ohne diese Vertrautheit differenziert, reflektiert und professionell zu arbeiten.
Unterschiede können Neugier wecken und als bereichernd erlebt werden, sie können jedoch auch irritieren, verunsichern oder verstören. Häufig wirken dabei – bewusst oder unbewusst – Bewertungen, selbst dann, wenn wir sie persönlich nicht teilen oder ablehnen. In Klärungsprozessen beeinflussen sie dennoch Wahrnehmung, Haltung und Handeln.
Die eigene Vertrautheit tritt dabei in Resonanz mit der Vertrautheit der anderen. Es können Dynamiken entstehen, deren Wirkung für die Beteiligten nicht vorhersehbar und zunächst schwer einzuordnen ist. Ein Klärungsprozess, der gezielt nach den dabei entstandenen Wirkmechanismen und Wechselwirkungen fragt, erweist sich als ein hilfreicher und klärender Zugang.
Durch die Techniken des bewussten Differenzierens und eines systematischen Suchprozesses nach Wechselwirkungen kann Raum für neues Verstehen eröffnet werden. Lücken im eigenen Erfahrungswissen werden nicht vorschnell mit Annahmen gefüllt, sondern regen vielmehr neue Fragen und gemeinsame Lernprozesse an.
Das Seminar richtet sich an Fachkräfte aus Mediation, Beratung, Sozialer Arbeit, Familienhilfe und angrenzenden Arbeitsfeldern, die Familien in konflikthaften Situationen begleiten. Es verbindet theoretische Impulse mit praxisnahen Übungen und Fallreflexion. Ziel ist es, mehr Sicherheit im Umgang mit Unterschieden zu gewinnen, eigene Annahmen bewusst zu reflektieren und Lösungsprozesse auch in weniger vertrauten Kontexten klar und wirksam zu begleiten.
Themen:
Unterschiede in Familienstrukturen, Rollenkonzepten und Verantwortlichkeiten
Mentale Modelle und ihre Wirkung im interkulturellen Kontext
Umgang mit Unterschieden, Irritationen und Bewertungen
Die Methode des bewussten Differenzierens
Arbeit mit dem Suchprozess nach Wechselwirkungen
Ausbilder*innen: Doris Wietfeldt und Nour Eldine Hanbali
Termin und Seminarzeit:
27.-28.11.2026: 09.00 – 17.00 h
Sa., 28.11.2026 | bis 17:00 Uhr
10117 Berlin
Dozent:in(nen)
- M. A. Doris Wietfeldt
- Nour Endine Hanbali
Auguststr. 80
10117 Berlin